Nochmals auf dem Modeblog zu “Des Kaisers neue Kleider”.

(ältere Beiträge dazu hier [das Originalmärchen] und auch hier [Hofschranze Ulr Porchard])

Die Organisation Reporter ohne Grenzen warnt in mehreren EU-Staaten vor systematischen Einschüchterungsversuchen gegenüber Journalisten.

Gleichzeitig:

Julian Assange, Initiator von Wikileaks und somit einer der Topjournalisten (wie auch Snowden u.a.)  der Gegenwart schlechthin, wurde von 6 Polizisten waagerecht, Kopf voran aus der ecuadorischen Botschaft herausgetragen.

“Es ist ein imperiales Gebilde, das auf keinen Fall zulassen will, daß der Kaiser keine Kleider mehr anhat“, so Journalist und Filmemacher Dirk Pohlmann zur Verhaftung von Assange, die auf Betreiben der USA (dem “Imperium”) veranlaßt wurde.

Heute einmal wieder etwas in der Rubrik Modedomains, die projektiert oder unprojektiert zum Verkauf stehen.

Eine unprojektierte Domain steht zum Verkauf und zwar im Bereich Erotik.

Die vornehme Dame spricht von Dessous in der Schweiz (Reizwäsche auf Hochdeutsch), wer es etwas doller mag, spricht von Strapsen.

Ja, Sie ahnen richtig, es geht um eine solche Domain.

Um die schöne, einprägsame Domain “Strapse.ch” um es vorwegzunehmen.

Betrachten wir die zum Verkauf stehende Domain einmal näher.

Vornehme Modegeschäfte / Modeversandhäuser usw. sagen wie schon angeschnitten eher das “sauberere” Wort Dessous.

Doch um Erfolg im Internet zu haben muß man sich nicht nur darum kümmern, ob man vornehm sein will, sondern auch darum, was eigentlich die Leute suchen.

Also nicht nur Männer, sondern auch Frauen, die gerade wirklich sexy Unterwäsche suchen.

Geben diese dann “Strapse” ein oder “Dessous”?
Was ist Sache?

Gründe für die Strapse.ch-Domain

Schauen wir es uns also einmal an, was der Partner Google dazu sagt.

Also nutzen wir das Google-Schlüsselwort-Werkzeug (das “Google keyword tool” – irgendwann muß man ja Englisch können, um Deutsch zu verstehen) und werfen es an.

Wir tippen das Suchwort “Strapse” ein und rufen auf, wieoft es gesucht wird im Monat. Google schlägt auch zum Vergleich “Dessous” vor.

Und welch Wunder: Beide Begriffe werden gleich-oft gesucht. Zwischen 1.000 und 10.000 mal im Monat wohlgemerkt. Vermutlich mit steigender Tendenz jeweils vor Weihnachten…

Wer hätte das gedacht: Frauen, die Reizwäsche kaufen wollen, geben mindestens genauso oft "Strapse" ein wie "Dessous", ist nach der Angabe von Googleanalyse wohl sicher anzunehmen. (Bild: Google-Adwords)

Wer hätte das gedacht: Frauen, die Reizwäsche kaufen wollen, geben mindestens genauso oft “Strapse” ein wie “Dessous”, ist nach der Angabe von Googleanalyse wohl sicher anzunehmen. (Bild: Google-Adwords)

Das heißt, ein Modeversand, der verkaufen möchte, ist mit einer Domain wie Strapse.ch mindestens genauso-gut beraten oder sogar noch besser möglicherweise als jemand, der auf die Domain Dessous.ch setzt.

Abhalten von einer Investition in Strapse.ch dürfte viele Anbieter die Tatsache, daß das Wort “schmuddeliger”, nicht so schön gestelzt und vornehm ist.

Aber die Domain Strapse hat noch einen weiteren Vorteil. Sie ist kürzer und es gibt keine Vertipper.

Jeder Versandhändler, der seine Seite analysiert, weiß, wieoft das Wort Dessous falsch-geschrieben wird.

Man muß dafür nur die Eintipper analysieren, welche die Damen und Herren der Schöpfung eintippen.

Also egal, ob ein Mann für eine Frau etwas kaufen will oder eine Frau sich selbst attraktiv machen will für den Mann, es wird sich beim Wort Strapse nicht vertippt (außer, es handelt sich um Leute mit Legasthenie…), was ganz eindeutig für diese Domain spricht.

Schiefer Vergleich

Strapse.ch ist die bessere Domain für jemand, der genau das vermarkten will, die viel bessere Domain. (Bildquelle: www.adorable-escort-muenchen.de)

Strapse.ch ist die bessere Domain für jemand, der genau das vermarkten will, die viel bessere Domain. (Bildquelle: www.adorable-escort-muenchen.de)

Warum die bisherige Analyse “falsch” bzw. lückenhaft war, ist noch ein Argument für diese Domain.

Wie schon angeschnitten, ist Dessous das vornehmere Wort.

Es schließt auch Strapse mit ein.

ABER: Strapse sind natürlich eine besondere Unterkategorie.

Das heißt, wer die Domain Strapse.ch hat und projektiert kann als Hersteller von Strapsen genau in diesem Segment genau die Leute ansprechen, die das suchen.

Das ist ungefähr genauso wie der Unterschied zwischen Fleisch und Biofleisch.

Wer Biofleisch anbietet, ist mit der Domain Biofleisch.ch besser beraten als mit Fleisch.ch.

Denn er kann ganz ganz gezielt Käufer erreichen.

Die, die gesundes Biofleisch suchen und eben nicht nur Fleisch.

Genauso wie einer, der Strapse.ch projektiert, genau die erreichen kann, die Damen und Herren, die gerade spannende Strapse suchen und nicht die Dessous, die langweilig sind oder gar die Dessousmode für die betagte Frau usw.

Konversionsrate klopfen

Also kann man so ganz eindeutig die Konversionsrate erhöhen, wenn man die Seite optimiert, die sogenannte “conversion rate”.

Zu Deutsch, die Besucher, die nicht nur auf der Seite landen, sondern auch kaufen, erreichen.

Man erreicht genau eine Zielgruppe.

Oder noch ein anderes Beispiel:

Der Züchter von Koi-Fischen ist mit Kois.ch besser beraten als mit Fische.ch.

Interesse geweckt?

Wer also Interesse an dieser schönen, kurzen, gut-einprägsamen Premium-Domain hat, und die geliebte Domain Strapse.ch käuflich erwerben will, der sende einfach ein Mail an Info (ätt) Schlagwort.ch mit dem Betreff “Strapse.ch”.

Und mache idealerweise ein konkretes Geld-Gebot.

Strapse nicht Ihr Ding?

Sie suchen eine attraktive Modedomain aus einem anderen Bereich?

Dann schauen Sie hier in der Rubrik Modedomains: http://kleidungsstil.ch/category/modedomains/

Schweizer nicht so prüde wie gedacht?

Schweizer gelten ja eher als prüde und in Grenzkneipen wie in Konstanz hängen Sprüche wie “Heirate nie einen Schweizer”.

Dafür daß Schweizer bei Sex ungefähr als so entflammbar gelten wie nasses Zeitungspapier scheint entweder Google beim Wort Strapse eine falsche Analyse auszuwerfen oder stille Wasser sind halt doch tief.

Denn:

Wenn man Google befragt, wie es im gesamten deutschsprachigen Raum aussieht, also Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein und Südtirol, dann überwiegt das Wort Dessous.

Man hätte eher angenommen, daß in der französischsprachig angehauchten Schweiz das Wort Dessous gegenüber dem Wort Strapse überwiegt.

Wie man sich halt täuschen kann:

 

„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“.

(bei Markus Lanz, ZDF, 19. April 2012)

In der Schweiz oder Deutschland “kämpfen” Feministinnen tapfer und mutig dafür, daß sie ein AmpeIweibchen zum Ampelmännchen erhalten.

Anabel Schunke kritisiert auf FB auch die Unterwürfigkeit des deutschen Präsidenten Steinmeier gegenüber dem Iran.

Oder daß die in der Schweiz gelb-schwarzen Fußgängerstreifen auch wie in Deutschland wo sie schwarz-weiß gestriffen sind, Zebrastreifen genannt werden sollen.

Weil ja Fußgängerstreifen ein männliches Wort sei und Frauen “nicht mitgemeint” seien.

Ganz andere Dinge beschäftigen Frauen in anderen Ländern

Im Iran gab es 148 Peitschenhiebe und 38 Jahre Kerker als Urteil für eine Frau, die andere Frauen vertrat, die gegen den Kopftuchzwang im Iran protestiert hatten.

Das deutsche Model Anabel Schunke schreibt dazu via FB:

“Vielleicht sollte man sowas mal hier in der Schule diskutieren, statt Schülern Lehrmaterial darüber zu geben, wie super freiwillig alle das Kopftuch tragen oder Schülerinnen mit Kopftuch selbst Referate darüber halten zu lassen (ja ich rede mit Lehrern und ja, ich weiß wie die heutigen Schulhefte aussehen).”

Kürzlich war der deutsche Präsident Steinmeier im Iran und hofierte die Landesführung.

Bildschirmfotoausriß: Anabel Schunke / FB

Bildschirmfotoausriß: Anabel Schunke / FB

 

Ein Karl Lagerfeld-Zitat zu kleinen Männern:

«Was ich hasse, sind häßliche, kleine Männer. Frauen können klein sein, aber für Männer ist es unmöglich.

Es ist etwas, was sie im Leben nicht verzeihen werden.

Sie sind gemein und sie wollen dich töten.»

Quelle:

Beitragsbild: Buchdeckel-Ausriß von Karl Lagerfeld

Durch eine Reklame flattert das Greenpeace-Magazin herein.

Thema ist nicht etwa der “Grüne Frieden”, die Umwelt, der Naturschutz.

Nö, aufgemacht ist es mit dem Plakat einer kämpferisch sich gebärdenden Frau.

Betitelt ist das mit “Der nächste Coup. Parität in den Parlamenten.”

Mal abgesehen davon, daß Frauenquoten Schwachsinn sind und die Leistungen derjenigen Frauen, die ohne Quoten in ihren Job oder ihre Politstellung gekommen sind, herabwürdigen und Männer diskriminieren, fällt auf:

  1. ist es kein Umweltschutzkonzern, es geht nicht um die Natur. Sondern “greenpeace” ist eine politisch links agitierende NGO.
  2. Das Sujet, das Plakat, das für die Propaganda zur Hand genommen wird, ist von 1914. Schon 1914 also kleideten sich bestimmte Frauen offenbar häßlich und gebärdeten sich häßlich und aggressiv.

So zumindest der Eindruck des historischen Plakates in punkto – fehlenden – Kleidungsstil und Gebärde.

Was es wohl soll, daß die Frau auf dem Plakat barfuß abgebildet wurde?

Sollte es Hilflosigkeit ausdrücken, Hilfsbedürftigkeit? Opferhaltung?

Es paßt nicht zusammen. Nichtmal heute, über 100 Jahre später.

Ironischerweise hat das Grünfrieden-Magazin offenbar in punkto schwarzweißer Streifen einen ähnlichen Geschmack wie dieser Modeblog.

Erstaunlich.

 

Anabel Schunke, Model und Journalistin, äußert sich zum Tod von Karl Lagerfeld mit folgenden Worten:

“Der Zustand unserer Gesellschaft lässt sich sehr gut anhand der Tatsache zusammenfassen, daß Dunja Hayali ein Bundesverdienstkreuz hat und Karl Lagerfeld nicht.”

Noch kein Jahr ist es her, April 2018, da äußerte Karl Lagerfeld sich wiefolgt zu seiner Gesundheit:

“Im Moment leide ich nicht so schlimm. Die Ärzte haben mich voll durchgecheckt, ich hatte jeden Test, den es unter der Sonne gibt. Sie haben nichts gefunden – wir können in zehn Jahren noch einmal drüber reden.”

Nun in der Modeschöpfer tot.

Zuletzt sorgte der leidenschaftliche Cola-light-Trinker wegen seiner Zähne für Schlagzeilen.

Noch im vergangenen Jahr “autete” er sich als AfD-Hasser und Merkel-Hasser zugleich. Wegen der von ihm kritisierten Einwanderungspolitik von Wirtschafts- und Sozialmigranten der Merkel-Regierung äußerte er sogar öffentlich, er überlege, seinen deutschen Paß zurückzugeben.

Erst kürzlich sprach der in Hamburg geborene Lagerfeld, dessen Eltern sich mit dt (Lagerfeldt) schrieben und die Kleeblatt-Kondensmilch herstellten, im französischen Magazin «Numéro» über das Thema Tod:

“Eine Beerdigung? Wie schrecklich! Es wird keine Beerdigung geben. Ich will verbrannt werden und meine Asche soll zusammen mit der meiner Mutter verstreut werden.”

Lagerfeld galt als äußerst diszipliniertes Arbeitstier mit einer hohen Allgemeinbildung und war offenbar belesen.

Seine Privatbibliothek soll ihm zufolge zirka 300.000 Bücher umfassen.

(Bildschirmfotoausriß: Google-Suche zu Karl Lagerfeld)

Vor vielen Jahren lebte ein Kaiser, der so ungeheuer viel auf neue Kleider hielt, daß er all’ sein Geld dafür ausgab, um recht geputzt zu sein.

Er kümmerte sich nicht um seine Soldaten, kümmerte sich nicht um Theater, und liebte es nicht, in den Wald zu fahren, außer um seine neuen Kleider zu zeigen.

Er hatte einen Rock für jede Stunde des Tages, und ebenso wie man von einem König sagt, er ist im Rat, so sagte man hier immer:

»Der Kaiser ist in der Garderobe!«

In der großen Stadt, in welcher er wohnte, ging es sehr munter her.

An jedem Tage kamen viele Fremde an, und eines Tages kamen auch zwei Betrüger, die gaben sich für Weber aus und sagten, daß sie das schönste Zeug, was man sich denken könne, zu weben verständen.

Die Farben und das Muster seien nicht allein ungewöhnlich schön, sondern die Kleider, die von dem Zeuge genäht wurden, sollten die wunderbare Eigenschaft besitzen, daß sie für jeden Menschen unsichtbar seien, der nicht für sein Amt tauge oder der unverzeihlich dumm sei.

»Das wären ja prächtige Kleider,« dachte der Kaiser; »wenn ich solche hätte, könnte ich ja dahinter kommen, welche Männer in meinem Reiche zu dem Amte, das sie haben, nicht taugen, ich könnte die Klugen von den Dummen unterscheiden!

Ja, das Zeug muß sogleich für mich gewebt werden!« Er gab den beiden Betrügern viel Handgeld, damit sie ihre Arbeit beginnen sollten.

Sie stellten auch zwei Webstühle auf, thaten, als ob sie arbeiteten, aber sie hatten nicht das Geringste auf dem Stuhle. Trotzdem verlangten sie die feinste Seide und das prächtigste Gold, das steckten sie aber in ihre eigene Tasche und arbeiteten an den leeren Stühlen bis spät in die Nacht hinein.

»Nun möchte ich doch wissen, wie weit sie mit dem Zeuge sind!« dachte der Kaiser, aber es war ihm beklommen zu Mute, wenn er daran dachte, daß der, welcher dumm sei oder schlecht zu seinem Amte tauge, es nicht sehen könne.

Nun glaubte er zwar, daß er für sich selbst nichts zu fürchten brauche, aber er wollte doch erst einen andern senden, um zu sehen, wie es damit stehe.

Alle Menschen in der ganzen Stadt wußten, welche besondere Kraft das Zeuge habe, und alle waren begierig zu sehen, wie schlecht oder dumm ihr Nachbar sei.

»Ich will meinen alten, ehrlichen Minister zu den Webern senden,« dachte der Kaiser; »er kann am besten beurteilen, wie das Zeug sich ausnimmt, denn er hat Verstand, und keiner versieht sein Amt besser als er!«

Nun ging der alte, gute Minister in den Saal hinein, wo die zwei Betrüger saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten. »Gott behüte uns!« dachte der alte Minister und riß die Augen auf. »Ich kann ja nichts erblicken!« Aber das sagte er nicht.

Beide Betrüger baten ihn näher zu treten, und fragten, ob es nicht ein hübsches Muster und schöne Farben seien. Dann zeigten sie auf den leeren Stuhl und der arme, alte Minister fuhr fort die Augen aufzureißen, aber er konnte nichts sehen, denn es war nichts da. »Herr Gott,« dachte er, »sollte ich dumm sein? Das habe ich nie geglaubt, und das darf kein Mensch wissen! Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen? Nein, es geht nicht an, daß ich erzähle, ich könne das Zeug nicht sehen!«

»Nun, Sie sagen nichts dazu?« fragte der eine von den Webern.

»O, es ist niedlich, ganz allerliebst!« antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille. »Dieses Muster und diese Farben! – Ja, ich werde dem Kaiser sagen, daß es mir sehr gefällt!«

»Nun, das freut uns!« sagten beide Weber, und darauf benannten sie die Farben mit Namen und erklärten das seltsame Muster. Der alte Minister merkte gut auf, damit er dasselbe sagen könne, wenn er zum Kaiser zurückkomme, und das that er auch.

Nun verlangten die Betrüger mehr Geld, mehr Seide und mehr Gold, um es zum Weben zu gebrauchen. Sie steckten alles in ihre eigenen Taschen, auf den Webstuhl kam kein Faden, aber sie fuhren fort, wie bisher an den leeren Stühlen zu arbeiten.

Der Kaiser sandte bald wieder einen anderen tüchtigen Staatsmann hin, um zu sehen, wie es mit dem Weben stehe und ob das Zeug bald fertig sei; es ging ihm aber gerade wie dem ersten, er sah und sah; weil aber außer dem Webstuhle nichts da war, so konnte er nichts sehen.

»Ist das nicht ein hübsches Stück Zeug?« fragten die beiden Betrüger und zeigten und erklärten das prächtige Muster, welches gar nicht da war.

»Dumm bin ich nicht,« dachte der Mann; »es ist also mein gutes Amt, zu dem ich nicht tauge! Das wäre seltsam genug, aber das muß man sich nicht merken lassen!« Daher lobte er das Zeug, welches er nicht sah, und versicherte ihnen seine Freude über die schönen Farben und das herrliche Muster. »Ja, es ist ganz allerliebst!« sagte er zum Kaiser.

Alle Menschen in der Stadt sprachen von dem prächtigen Zeuge. Nun wollte der Kaiser es selbst sehen, während es noch auf dem Webstuhl sei. Mit einer ganzen Schar auserwählter Männer, unter welchen auch die beiden ehrlichen Staatsmänner waren, die schon früher dagewesen, ging er zu den beiden listigen Betrügern hin, die nun aus allen Kräften webten, aber ohne Faser oder Faden.

»Ja, ist das nicht prächtig?« sagten die beiden ehrlichen Staatsmänner. »Wollen Ew. Majestät sehen, welches Muster, welche Farben?« und dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl, denn sie glaubten, daß die andern das Zeug wohl sehen könnten.

»Was!« dachte der Kaiser; »ich sehe gar nichts! Das ist ja erschrecklich! Bin ich dumm? Tauge ich nicht dazu, Kaiser zu sein? Das wäre das Schrecklichste, was mir begegnen könnte. O, es ist sehr hübsch,« sagte er; »es hat meinen allerhöchsten Beifall!« und er nickte zufrieden und betrachtete den leeren Webstuhl; er wollte nicht sagen, daß er nichts sehen könne. Das ganze Gefolge, was er mit sich hatte, sah und sah, aber es bekam nicht mehr heraus, als alle die andern, aber sie sagten gleichwie der Kaiser: »O, das ist hübsch!« und sie rieten ihm, diese neuen prächtigen Kleider das erste Mal bei dem großen Feste, das bevorstand, zu tragen. »Es ist herrlich, niedlich, ausgezeichnet!« ging es von Mund zu Mund, und man schien allerseits innig erfreut darüber. Der Kaiser verlieh jedem der Betrüger ein Ritterkreuz, um es in das Knopfloch zu hängen, und den Titel Hofweber.

Die ganze Nacht vor dem Morgen, an dem das Fest statthaben sollte, waren die Betrüger auf und hatten über sechszehn Lichte angezündet. Die Leute konnten sehen, daß sie stark beschäftigt waren, des Kaisers neue Kleider fertig zu machen. Sie thaten, als ob sie das Zeug aus dem Webstuhl nähmen, sie schnitten in die Luft mit großen Schweren, sie nähten mit Nähnadeln ohne Faden und sagten zuletzt: »Sieh, nun sind die Kleider fertig!«

Der Kaiser mit seinen vornehmsten Beamten kam selbst und beide Betrüger hoben den einen Arm in die Höhe, gerade, als ob sie etwas hielten, und sagten: »Seht, hier sind die Beinkleider! hier ist das Kleid! hier der Mantel!« und so weiter. »Es ist so leicht wie Spinnewebe; man sollte glauben, man habe nichts auf dem Körper, aber das ist gerade die Schönheit dabei!«

»Ja!« sagten alle Beamte, aber sie konnten nichts sehen, denn es war nichts.

»Belieben Ew. kaiserliche Majestät Ihre Kleider abzulegen,« sagten die Betrüger, »so wollen wir Ihnen die neuen hier vor dem großen Spiegel anziehen!«

Der Kaiser legte seine Kleider ab, und die Betrüger stellten sich, als ob sie ihm ein jedes Stück der neuen Kleider anzögen, welche fertig genäht sein sollten, und der Kaiser wendete und drehte sich vor dem Spiegel.

»Ei, wie gut sie kleiden, wie herrlich sie sitzen!« sagten alle. »Welches Muster! welche Farben! Das ist ein kostbarer Anzug!« –

»Draußen stehen sie mit dem Thronhimmel, welche über Ew. Majestät getragen werden soll!« meldete der Oberceremonienmeister.

»Seht, ich bin ja fertig!« sagte der Kaiser. »Sitzt es nicht gut?« und dann wendete er sich nochmals zu dem Spiegel; denn es sollte scheinen, als ob er seine Kleider recht betrachte.

Die Kammerherren, welche die Schleppe tragen sollten, griffen mit den Händen gegen den Fußboden, als ob sie die Schleppe aufhöben, sie gingen und thaten, als hielten sie etwas in der Luft; sie wagten es nicht, es sich merken zu lassen, daß sie nichts sehen konnten.

So ging der Kaiser unter dem prächtigen Thronhimmel, und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen:

»Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich! Welche Schleppe er am Kleide hat! Wie schön sie sitzt!« Keiner wollte es sich merken lassen, daß er nichts sah; denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt, oder wäre sehr dumm gewesen. Keine Kleider des Kaisers hatten solches Glück gemacht als diese.

»Aber er hat ja gar nichts an!« sagte endlich ein kleines Kind. »Hört die Stimme der Unschuld!« sagte der Vater; und der eine zischelte dem andern zu, was das Kind gesagt hatte.

»Aber er hat ja gar nichts an!« rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: »Nun muß ich aushalten.«

Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

(Illustration oben: Robinson, W. Heath (William Heath), 1872-1944)

 

Gerade im nördlichen Nachbarland Deutschland scheint es eine surreal anmutende Situation zu geben, daß viele offenbare Sachen nicht sehen wollen.

Mehr noch: Viele erzählen Märchen, wie toll alles sei, wie schön alles aussieht.

Es erinnert an 1984 von George Orwell.

Es scheint wie bei “Des Kaisers neue Kleider”.

Niemand sagt, traut sich zu sagen, daß der Kaiser nackt ist.

Niemand traut sich zu sagen?

Oder machen es einige absichtlich nicht und erzählen und loben falsche Sachverhalte hoch, die nicht stimmen, loben die angeblich schönen Kleider des Kaisers,loben die angeblich schönen Zustände.

Ulf Porschardt, Chefredaktor der Weltgruppe, veröffentlicht folgende Graphik:

Der Kommentar auf Facebook von Harald Grundner ist anscheinend ein einfaches Zitat von Marek Möhling:und ihm gibt es nix hinzuzufügen:

“Wenn die Schranzen voreinander und vor dem Volk bekennen, des Kaisers neue Kleider sehen zu können (oder etwa zu verstehen, daß 2 + 2 = 5 ist, wie in 1984), sind sie auf diesen Akt der Prostitution und Selbsterniedrigung sehr stolz – er zeigt der sozialen Bezugsgruppe, dass sie brauchbar und zuverlässig sind.

Das ist so wie bei der Mafia, wo der Neuling mit Wissen der Alten ein Verbrechen begehen muß, um ein ‘Ehrenmann’ zu werden, obwohl alle wissen, dass Mord und Totschlag nicht ehrenhaft sind.

Er macht sich damit aber zum Komplizen, ab sofort haben sie sich gegenseitig in der Hand, das schweißt Kumpane zusammen (bis sie sich dann doch mal verraten, denn solidarisch oder freundlich sind sie nicht).

Etwas möglichst Unwahres und Widersprüchliches offen als wahr zu bekennen, ist Sinn der Sache. Wer anständig ist, wendet sich angewidert ab und schweigt, oder er protestiert – an beidem kann der Außenseiter dann erkannt werden.

Genau das ist Sinn der Übung, solche Sprüche dienen der Freund-Feind-Kennung im Sinne Carl Schmitts.

Schranzen geben sich zwar liberal, ihre Führung besteht aber in Wirklichkeit aus eiskalten Soziopathen und Machiavellisten, ansonsten aus Opportunisten oder Feiglingen.

Beide Gruppen kann man über ihr Verhalten nicht unterscheiden.”

Quelle:

https://web.facebook.com/hgrundner/posts/2526240130725711?hc_location=ufi